Sonntag, 3. Juli 2022

Einar Selvik über Animismus * Einar Selvik on animism

"But if my music has some form of a message within it, it would be that I do think it would be beneficial if we all had a more animistic view of the world. What I mean by that is the idea that nature is something sacred, something we are a part of and not the rulers off. That doesn’t have to be a spiritual or religious thing; it’s an attitude. The second we took that sacredness out of nature and put it up in the sky or completely disregarded it, that’s when we got into trouble. I think it would benefit us all if we all had a more respectful view of nature as something we are the caretakers of in a way. It’s something we should respect, something sacred in a way."
(Einar Selvik)

["Aber wenn meine Musik irgendeine Art von Botschaft enthält, dann die, dass ich glaube, dass es gut wäre, wenn wir alle eine animistischere Sicht auf die Welt hätten. Was ich damit meine, ist die Vorstellung, dass die Natur etwas Heiliges ist, etwas, von dem wir ein Teil sind und nicht die Herrscher darüber. Das muss nichts Spirituelles oder Religiöses sein, es ist eine Haltung. In dem Moment, in dem wir diese Heiligkeit aus der Natur herausgenommen und in den Himmel gehoben haben oder sie völlig missachtet haben, sind wir in Schwierigkeiten geraten. Ich glaube, es wäre für uns alle von Vorteil, wenn wir die Natur respektvoller als etwas betrachten würden, das wir in gewisser Weise hüten. Sie ist etwas, das wir respektieren sollten, etwas, das uns in gewisser Weise heilig ist."
(Einar Selvik)]



Freitag, 22. April 2022

Buch/Book "Listening People Speaking Earth" von Graham Harvey



[English below]
Exkurs
Natuverbunden bin ich von Kindheit an gewesen gewesen, in meinen 20ern habe ich das Neuheidentum und meine Naturspiritualität entdeckt. Damals fühlte ich mich zu keiner Schublade des Neuheidentums zugehörig und habe mich unter anderem deshalb wahrscheinlich später anderen spirituellen Richtungen zugewandt, nämlich dem (Zen-)Buddhismus und dem Yoga (und seiner Philosophie). Als beispielsweise Buddhistin sah ich mich nie. Die Bezeichnung Heidin passte weiterhin. Vor ca. 3 Jahren fing ich wieder an, mich mit heidnischer Spiritualität und Animismus zu beschäftigen. Aus diesem Grunde habe ich auch das ein oder andere Buch zu diesem Thema/diesen Themen gelesen. Sehr beeindruckt hat mich das Buch "Listening People Speaking Earth - Contemporary Paganism" von Graham Harvey (Erstauflage 1997/dieses ist die Auflage von 2007), da es eine Vielfalt an Themen abdeckt, interessant und teilweise humorvoll geschrieben ist (ohne an Ernsthaftigkeit einzubüßen) und ich mich an einigen Stellen sehr "verstanden" gefühlt habe, an anderen Stellen wiederum selbst besser etwas über Sichtweisen anderer Heiden verstanden habe (was nicht heißt, dass ich nun damit d'accord gehen muss).

Das Buch beginnt mit einem Überblick über Jahreskreisfeste. Dies ist sinnvoll, da, obwohl sich die Jahreskreisfeste der verschiedenen Gruppierungen durchaus unterscheiden können und Heiden per se sehr unterschiedlich sind, das Feiern dessen, was sich während eines Jahres in der Natur zeigt, zentrale Bedeutung für jeden Heiden hat. 
Daraufhin folgen 4 Kapitel über die wichtigsten Strömungen im Neuheidentum (Druidentum, Hexen/Wicca, Heiden im Sinne von Polytheisten, Göttinnenspiritualität) sowie Kapitel zu verschiedenen relevanten oder verflochtenen Themen (z. B. Schamanismus, Ökologie, Geschichte und Einflüsse, Initiationsriten, Neuheidentum und andere Religionen etc.).
In dem Kapitel über "Magie" habe ich einige Vorurteile, die ich zu dem Thema hatte, überdenken können, ich weiß jedoch, dass ich mit dem Thema grundsätzlich immer noch nicht so wirklich etwas anfangen kann (muss ich ja auch nicht).
Mein Lieblingskapitel ist "God and Hedgehogs in the Greenwood", in dem es unter anderem um "Pagan deity talk" und "Animists and atheists" geht. Dieses Kapitel zeigt unter anderem, wie inhomogen das Neuheidentum ist und dies ist ein Hauptgrund, wodurch es sich von anderen "Religionen" (falls man das Neuheidentum auch als solche betrachtet) oder spirituellen Wege unterscheidet: "Es gibt unterschiedliche Meinungen über die Natur dieser Wesen ("Götter und Göttinnen", [...], "die Feen" und andere Wesen). Einige sagen, dass sie so real sind wie Menschen und Igel. Andere glauben, dass es sich um eine poetische Redeweise handelt, z. B. um die Personifizierung von Stürmen oder Wachstum. Einige ziehen es vor, sie als Archetypen zu betrachten, die 'im Inneren' der Menschen (als Einzelpersonen oder Gruppen) existieren und die bei einem Waldspaziergang oder in der Meditation an einem ausgewählten, besonderen Ort hervorgerufen werden können. Andere haben eine ambivalente Einstellung zu ihnen und sprechen sie an, als ob sie 'da draußen' existierten, glauben aber, dass 'alle Gottheiten in der menschlichen Brust wohnen'."
Auch das Kapitel "Neuheidentum und andere Religionen" fand ich sehr interessant. Hier werden Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zwischen verschiedenen spirituellen Wegen und dem Neuheidentum herausgearbeitet. Zum Unterschied zwischen New Age und Neuheidentum wird beispielsweise gesagt: "New Age unterscheidet sich vom Heidentum durch seine Besessenheit vom 'Licht'."  Und an anderer Stelle: "[Die Heiden entdecken wieder,] dass die Welt nicht nur aus 'flauschigen Häschen' besteht, sondern auch scharfzüngig und chaotisch sein kann. Die Gemeinschaft des Lebens kann eine dysfunktionale Familie sein. Eine solche Entdeckung ist Teil des Prozesses, durch den sich viele Heiden vom 'New Age' abgrenzen."
Zum Unterschied zwischen Buddhismus und Neuheidentum hat mir dieses Zitat sehr gut gefallen, zumal der Titel dieses Blogs von an Beginn an "As I'm going to the woods to find myself again" (aus einem Lied von RPWL) ist: "Der Buddhismus ist ein Weg, das Heidentum ein Sitzen zwischen den Bäumen."

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für das Neuheidentum interessiert und vielleicht auch die ein oder anderen Vorurteile abbauen will. Sehr gut gefallen hat mir außerdem, dass Terry Pratchett immer wieder erwähnt wird, was dazu geführt hat, dass wir jetzt "die Farben der Magie" als Hörbuch hören. Dies war das erste Buch von Terry Pratchett, das ich vor über 20 Jahren gelesen habe und das ich immer noch liebe. Das Buch von Graham Harvey habe ich für einen günstigen Preis gebraucht gekauft, da wohl auch die Auflage von 2007 vergriffen ist.

Es liegen schon weitere interessante Bücher auf dem Bücherstapel. Bücher, die bereits auf dem Bücherstapel lagen und die ich zu diesem Thema (inklusives Neuheidentum, d. h. antirassistisch) empfehlen kann, sind:
"Aufgeklärtes Heidentum" von Andreas Mang
"Ásatrú for Beginners: A Modern Heathen's Guide to the Ancient Northern Way" von Dr. Mathias Nordvig 
"Neo-paganism: Historical Inspiration & Contemporary Creativity" von John Halstead  

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Digression
I have been connected to nature since childhood, and in my 20s I discovered neo-paganism and my nature spirituality. At that time, I did not feel I belonged to any pigeonhole of neo-paganism and probably because of this turned to other spiritual directions later, namely (Zen) Buddhism and yoga (and its philosophy). I have never considered myself a Buddhist, for example. However, the term Pagan continued to fit. About 3 years ago I re-started to occupy myself with pagan spirituality and animism. For this reason I have also read one or the other book on this subject/these topics. I am very impressed by the book "Listening People Speaking Earth - Contemporary Paganism" by Graham Harvey (first edition 1997/this is the 2007 edition), because it covers a variety of topics, is written in an interesting and partly humorous way (without losing its seriousness) and in some places I felt very "understood", in other places I understood more about the views of other pagans (which does not mean that I have to agree with it).

The book begins with an overview of the wheel of the year festivals. This makes sense because, although the yearly festivals of the different groups can differ and Pagans are very different per se, the celebration of what shows itself in nature during the year is of central importance for every Pagan. 
This is followed by 4 chapters on the most important currents in Neo-Paganism (Druidism, Witches/Wicca, Heathens/Polytheists, Goddess spirituality) as well as chapters on various relevant or interwoven topics (e.g. shamanism, ecology, history and influences, rites of passage, Paganism and other religions, etc.).
In the chapter on "Magic" I was able to rethink some preconceptions I had about the subject, but I know that I still do not really get on with the subject in principle (and I do not have to).
My favourite chapter is "God and Hedgehogs in the Greenwood", which deals with "Pagan deity talk" and "Animists and atheists", among other things. This chapter shows, among other things, how inhomogeneous neo-paganism is, and this is one of the main reasons how it differs from other "religions" (if neo-paganism is considered as such) or spiritual paths: "There is a diversity of opinions on the nature of these beings ("Gods and Goddess", [...], "the Fairies" and other beings). Some say that they are as real as humans and hedgehogs. Others believe that this is a poetic way of speaking, for example, personifying storms or growth. Some prefer to think of the as archtypes, existing 'inside' people (as individuals or groups) which can be evoked by a walk in the woods or in meditation as a chosen special place. Others are happy to be ambivalent in their attitude to these people, addressing them as if they exist 'out there' but believing that 'all deities reside in the human breast'."
I also found the chapter "Paganism and other religions" very interesting. Here, similarities but also differences between different spiritual paths and Neo-Paganism are worked out. For example, the difference between New Age and Neo-Paganism is explained: "New Age is distinguishable from Paganism by its obsession with "light"." And elsewhere: "[Pagans re-discover] that the world is not all 'fluffy bunnies' but can be sharp-toothed and messy. The community of life can be a dyfunctional family. Such a discovery is part of the process by which many Pagans distinguish themselves from the 'New Age'."
On the difference between Buddhism and neo-paganism, I really liked this quote, especially as the title of this blog from the beginning has been "As I'm going to the woods to find myself again" (from a song by RPWL): "Buddhism is a path, Paganism a sitting among the trees."
I can recommend this book to anyone who is interested in neo-paganism and perhaps also wants to break down one or two prejudices. Additionally, I really liked the fact that Terry Pratchett is mentioned again and again, which has led to the fact that we are now listening to "the Colour of Magic" as an audio book. This was the first book by Terry Pratchett that I read over 20 years ago and I still love it. I bought the book by Graham Harvey second-hand for a reasonable price, as I guess the 2007 edition is also out of print (as is the first edition).

There are already other interesting books on the book pile. Books that were already on the book pile and that I can recommend on this topic (inclusive neo-paganism, i.e. anti-racist) are:
"Aufgeklärtes Heidentum" by Andreas Mang
"Ásatrú for Beginners: A Modern Heathen's Guide to the Ancient Northern Way" by Dr. Mathias Nordvig 
"Neo-paganism: Historical Inspiration & Contemporary Creativity" by John Halstead 




Sonntag, 11. Juli 2021

Herzenskraftquelle - Metta und Tonglen - Yesche U. Regel


 [English below]
* Metta- und Tonglen-Meditation: Ein Vorschlag von Yesche U. Regel, Mitgefühl zu kultivieren, ist die Visualisation einer Gestalt als Herzenskraftquelle. Die Gestalt hat dabei keinerlei "magischen" Fähigkeiten. Wenn Du jedoch jemand bist, der gut mit Visualisationen arbeiten kann, ist dies eine Möglichkeit, das eigene Herz sanfter werden zu lassen und sich selbst und anderen gegenüber mitfühlender zu werden. Als ich diese Figur sah, wurde ich sofort an meine Visualisation einer Gestalt als Herzenskraftquelle erinnert. 
Weitere Vorschläge und Anregungen für Herzenskraftquellen ("der gute Ort", "Dankbarkeit" etc.) kann man in den Büchern von Yesche U. Regel finden: "Mitgefühl für sich, andere und
die Welt" und "Selbstmitgefühl durch Tonglen". Eine Teilnahme bei seinen geführten Meditationen (auch online) lohnt sich.

* Metta and tonglen meditation: One suggestion by Yesche U. Regel to cultivate compassion is to visualise a figure as kind of a power source of the heart ("Herzenskraftquelle"). The figure does not have any "magical" abilities. However, if you are someone who can work well with visualisations, this is a way to let your own heart become gentler and more compassionate towards yourself and others. When I saw this figure, I was immediately reminded of my visualisation of a figure as this power
source.
Further suggestions and ideas for such power sources ("the good place", "gratitude" etc.) can be found in Yesche U. Regel's books (German only). Participation in his guided meditations (also online) is worthwhile as well.

Mittwoch, 17. Juni 2020

Ein Jahr ohne Alkohol


* Schon wieder ist ein Jahr vergangen. Nämlich ein Jahr in dem ich keinen Alkohol/keine alkoholischen Getränke zu mir genommen habe habe.
2019 hörte ich das interessante Hörbuch "Why We Sleep: The New Science of Sleep and Dreams" by Matthew Walker. Unter anderem war ich entsetzt über seine Ausführungen, wie Alkohol, den man am Abend konsumiert, den Schlaf beeinträchtigt. Ich hörte außerdem 2 Podcast Episoden, in denen Interview-Gäste vorkamen, die mindestens ein Jahr keinen Alkohol getrunken hatten: Bevegt Pocast #163 "Ein Jahr ohne Alkohol: Ein Erfahrungsbericht" und Rich Roll podcast #444 with Andy Ramage. Empfehlen möchte ich ferner die Podcast-Episode zum Thema "Straight Edge" von Vegup Radio (27.04.2017).

* Again one year went by. For me, in particular one year without drinking any alcohol/alcoholic beverages.
In 2019 I listened to the interesting audio book called "Why We Sleep: The New Science of Sleep and Dreams" by Matthew Walker. Among others, I was appalled by his statements on how alcohol, when consumed in the evening, affects sleep. I also listened to two podcast episodes including interview partners/guests who did not drink any alcohol for at least one year or more: Bevegt Pocast #163 "Ein Jahr ohne Alkohol: Ein Erfahrungsbericht" (German only) and Rich Roll podcast #444 with Andy Ramage. Furthermore, I would like to recommend the podcast episode on the subject of "Straight Edge" recorded by Vegup Radio (27.04.2017) (German only).


* In mir wuchs eine Idee. Nach dem Besuch einer Hochzeit Anfang Juli 2019, bei der ich nüchtern blieb und es mir gut gefiel, beschloss ich, mindestens ein Jahr keinen Alkohol zu trinken. Da ich schon seit einigen Wochen zuvor keinen Alkohol getrunken hatte, kenne ich das genaue Datum nicht, an dem mein Jahr ohne Alkohol begann. Allerdings aß ich an Weihnachten Eierlikörtorte und nahm während einer Erkältung Hustensaft ein, der Alkohol enthielt. Wenn man sich für ein Jahr ohne Alkohol entscheidet und dies nicht aus rein gesundheitlichen Gründen tut, kann man sich seinen eigenen Rahmen setzen. Für mich war es wichtig, keine alkoholischen Getränke zu mir zu nehmen. Ich bemerkte, dass mir der Alkohol in den Cocktails, die ich ganz gerne mal trinke, gar nicht fehlte. Es gibt im Internet so viele gute Rezepte für erfrischende alkoholfreie Getränke. Ich kann zum Beispiel das Buch "Alkoholfreie Drinks: Die perfekten Begleiter von Frühstück bis Dinner" auf dem ersten Foto empfehlen. Außerdem habe ich gerade neulich endlich eine alkoholfreie Variante für "Aperol" Spritz gefunden.

* An idea grew. After attending a wedding at the beginning of July 2019 during which I had stayed sober and had liked it, I decided not to drink any alcohol at least for one year. As I had not drunken any alcohol a couple of weeks before, I do not know the exact date when my year without alcohol actually started. What I did do is eating a cake with egg liqueur on Christmas and taking a cough syrup containing alcohol during a cold. When you do one year without alcohol and it is not for pure health reasons alone, you can set your own frame and limits. To me it was important not to drink any alchoholic beverages. I realized that I do not need alcohol in the cocktails I liked so much. There are many good online recipes of refreshing non-alcoholic drinks. I can also recommend the book on the first photo. Additionally, I have finally found a recipe for a non-alcoholic version of "Aperol" Spritz just recently.

Sonntag, 22. März 2020

Vogelbeobachtung vor der Haustür * Bird watching on the door step

Buchfink (männlich) / Chaffinch (male)

Buchfink (weiblich) / Chaffinch (female)

Star / Starling

Sperling / Sparrow

Blaumeise / Blue tit

Sonntag, 19. Januar 2020

"Expecto Patronum" Mala


* Es gibt Tage, da kommen die Dementoren und saugen alles Glück aus Körper und Seele. Dann ist es gut, wenn man einen "Beschützer" zur Hand hat.

* There are times, when dementors appear and suck all the happiness from our body and soul. Then you are lucky when you have a "protector" at hand. 


* Ich finde Malas vom Aussehen ganz schön und man kann sie auch ab und an zum Meditieren verwenden, z. B. bei der Konzentration auf den Atem. Das Verknoten/Knüpfen ist allerdings gar nicht so einfach, der Knoten soll ja schön nah an der jeweiligen Perle angebracht werden. So wird schon das Machen zu einer Art Meditation ...

*  I quite like the look of Malas and you can use them every now and then for meditating, e.g. for concentrating on the breath. However, knotting is not that easy. The knot should be made pretty close to each bead. So, making the mala is a kind of meditation already ... 


* Mala aus 6mm Holzperlen, in der Mitte der jeweils 2 hellblauen 6mm Achate je ein 6mm Lapislazuli (27. Perle auf jeder Seite) und in der Mitte der Kette je 2 Stück 8mm Lapislazuli (53. Perle auf jeder Seite) und 2 Stück 6mm hellblaue Achate (54. Perle auf jeder Seite) Außerdem 4mm und 6mm Lapislazuli an der Quaste.

* Mala from 6mm wooden beads, in the middle of the two 2 light blue 6mm agates one 6mm Lapislazuli, respectively (27th bead on each side), and in the center of the mala 2 pieces of 8mm Lapislazuli, respectively (53rd bead on each side), and 2 pieces of 6mm light blue agates (54th bead on each side). Furthermore 4mm and 6mm Lapislazuli on the tassel.



Freitag, 17. August 2018

Lesestoff: Japan * Reading matter: Japan


* Ob es Zufall ist, dass ich kurz hintereinander oder simultan drei Bücher lese, die alle sehr unterschiedlich sind, aber doch eins gemeinsam haben? Sie alle spielen in oder erzählen von Japan. Eins davon habe ich mir selbst gekauft, die anderen beiden kamen anderweitig zu mir. Alle faszinieren mich auf ihre eigene Art und Weise. Daher möchte ich Euch die Bücher gerne vorstellen.
* Whether it is conicidence that I have been, consecutively or simultaneously, reading three quite differing books that have one thing in common yet? Which is they deal with or tell about Japan. I have bought one of them, the other ones came to me otherwise. All of them are fascinating in their own way. That is why I want to share the books with you.

"Der vorletzte Samurai - Ein japanisches Abenteuer" - Dennis Gastmann
* Mein Mann stolperte über dieses Buch in der Buchhandlung. Seit geraumer Zeit lesen wir uns abends (statt fernzusehen) aus Büchern vor. Es sind bis jetzt alles Bücher über Reise-Abenteuer. Ich selbst hatte schon mal ein Buch von Dennis Gastmann gelesen, das mir sehr gefallen hat. Bei einem Buch über Japan sage ich außerdem nicht nein.
Der Autor und seine Frau, eine in Deutschland aufgewachsene Japanerin (Vater Deutscher, Mutter Japanerin), verbringen Ihre Flitterwochen in Japan, und Dennis Gastmann lernt bei diversen Familientreffen auch die japanische Verwandtschaft kennen. Leider geht es ihm wie dem jüngsten Familienmitglied: er kann sich genauso wenig verständigen, wie das wenige Monate alte Baby.
Zwischen diesen Treffen mit der Verwandtschaft bereist das Paar Japan und Dennis Gastmann beschreibt teilweise skurrile Begegnungen und Begebenheiten, die mich einige Male lauthals zum Lachen brachten. Beispielsweise wie er für Michael J. Fox gehalten wird oder als er mit Japanern in einer Bar über Prince spricht und diese dann sagen: "Ah, Pirinsu", weil sie eine andere Aussprache der westlichen Namen haben. Sehr empfehlenswert!
* My hsuband stumbled across this book at the bookstore. Lately, we have been reading books aloud to each other in the evening (instead of watching TV). All books have been on travel adventures so far. I already read a book by the author Dennis Gastmann, which I liked very much. Besides, I would not say no to a book about Japan.
The author and his wife, a Japanese woman who grew up in Germany (father German, mother Japanese), spend their honeymoon in Japan, and Dennis Gastmann gets to know the Japanese relatives at various family meetings. Unfortunately, he is in the same position as the youngest family member: he cannot communicate with the others just as the few-month-old baby. 
Between these meetings with relatives, the couple travels through Japan and Dennis Gastmann describes some bizarre encounters and events that have made me laugh out loud several times. For example, how he is passed for Michael J. Fox or when he talks to Japanese about Prince in a bar and they say: "Ah, Pirinsu" because they have a different pronunciation of the western names. Highly recommended! Unfortunately, I think it is not available in English currently.


"Bow first, ask Questions later - Ordination, Love, and Monastic Zen in Japan" - Gesshin Claire Greenwood
* Dies ist das Buch, das ich mir selbst gekauft habe, nachdem ich Gesshin Claire Greenwood in der "The Hardcore Zen Show Episode 2" gesehen habe. Leider habe ich ihr genuscheltes Englisch so gut wie nicht verstanden, aber das Buch, das Brad Warner immer mal wieder in die Kamera hielt, sah interessant aus. Und das ist es auch. Dieses Buch habe ich für meine Verhältnisse ziemlich schnell durchgelesen. Da ich immer mehrere Bücher parallel lese, kann es schon einmal dauern bis ich eins beende. Aber dieses hier war für mich ein "page-turner", ich könnte fast das ganze Buch zitieren. Gesshin Claire Greenwood berichtet hauptsächlich über ihre Zeit, die sie als sehr junge Frau in zwei Zen-Tempeln in Japan verbringt. Wie man sicherlich schon ahnt, wenn man sich nur ein bisschen tiefer mit Zen beschäftigt hat, war das ein ziemlich hartes Training, das sie dort durchlief. Sie folgt dem allen allerdings nicht blind sondern hinterfragt sehr viel und lässt den Leser auch immer wieder an ihren Zweifeln teilhaben. Genau das ist es, was mir sehr an dem Buch gefällt. Dies und der Humor mit dem die Autorin schreibt. Sie geht auch ziemlich offen mit Dingen um, die nicht so gut gelungen sind. Dadurch wirkt sie sehr authentisch. Leider gibt es das Buch bis jetzt nur auf Englisch.
Wie ich schon sagte, könnte ich fast das ganze Buch zitieren. Daher hier zumindest noch drei Zitate (das englische Original weiter unten):
  • "Ich ging, weil ich, wie die meisten jungen Leute, auf der Suche nach Antworten war. Ich hörte, dass es dort einen guten Lehrer in einem Kloster/Tempel gab, und so ging ich hin. Natürlich habe ich keine Antworten gefunden. Ich fand immer mehr Fragen und Zweifel. Aber eigentlich ist das okay."
  • "Und ich brauchte eine Übung, um mir zu zeigen, dass ich nicht das Zentrum des Universums bin. Ich habe das wirklich geglaubt, und ich war unglücklich. Zu bemerken, dass ich ein sehr kleiner Teil von allem bin, ist eine viel gesündere und ehrlichere Art zu leben."
  • "Das Ziel für mich ist es, eine Balance zwischen Skepsis und Vertrauen, zwischen Unabhängigkeit und Demut zu finden."
    Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator
* This is the book I bought myself after seeing Gesshin Claire Greenwood on "The Hardcore Zen Show Episode 2". Unfortunately, I hardly understood her "mumbled" English, but the book which was held into the camera by Brad Warner from time to time seemed to be interesting. And it is. I read this book pretty quickly by my standards. Since I always read several books in parallel, it takes a while to finish one. But this book was a page-turner for me. I could quote almost the whole book. Gesshin Claire Greenwood reports mainly about her time she spent in two Zen temples in Japan as a very young woman. As you have probably already guessed, if you have only studied Zen a little deeper, it was a pretty hard training she went through there. However, she does not blindly follow but questions a lot and shares her doubts with the reader time and again. That is exactly what I like about the book. That and the author's humour. She is also pretty open about things that did not work out that well. This makes her quite authentic.
As I said, I could quote almost the whole book. I am sharing three quotes:

  • "I went because, like most young people, I was in search for answers. I heard there was a good teacher in a monastery there, and so I went. Of Course, I didn't find answers. I just found more and more questions and doubts. But actually that's okay."
  • "And I needed a practice to show me that I am not The Center of the Universe. I really used to believe that, and I was miserable. Noticing how I am a very small part of everything is a much healthier and honest way to live."
  • "The goal for me is to strike a balance between skepticism and trust, between Independence and humility."

"Der japanische Verlobte" / "Tokyo Fiancée"
Amélie Nothomb
* Dieses Buch bekam ich von einer Bekannten, mit der ich mir seit einiger Zeit Briefe schreibe, geschenkt. Wir lernten uns hier kennen. Das Buch kam mit der Auflage, es bei Nicht-Interesse postwendend zurückzuschicken oder es zu lesen und es dann weiterzugeben. Da ich es in für mich kurzer Lesezeit (weniger als eine Woche) durchgelesen habe, sucht es nun eine neue Bleibe.
Liebesgeschichten sind ja nicht so mein Fall, aber das Cover des Buches und, dass es wieder um Japan gehen würde, erschien mir interessant genug, um dem Buch eine Chance zu geben. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es ist das Poetischste, was ich seit langem gelesen habe, dazu ist es aber auch noch unheimlich lustig. Es handelt von der belgischen Protagonistin, die Ende der 80er Jahre nach Japan zieht und dort einem Japaner Französischunterricht gibt. Daraus entwickelt sich nachher mehr und die beiden werden ein Paar. Sie unternehmen allerhand spannende Dinge, und auch dort passiert ihnen das ein oder andere Skurrile. Mir hat allerdings am Besten ihre Beschreibung über ihr dramatisches Erlebnis der alleinigen Besteigung des Kumotori Yama ("Berg der Wolke und des Vogels") gefallen. Aus diesem Kapitel ist das untenstehende Zitat, das sehr zu mir spricht.
Fazit: Es ist ein kurzweiliges, lustiges Buch, das in Liebesangelegenheiten zum Glück nicht zu sehr ins Detail geht. ;) Dazu gewinnt man einen kleinen Eindruck in die japanische Kultur. Ich werde auf jeden Fall noch ein weiteres Buch der Autorin lesen.

  • "Es gibt keine Sorge, die sich nicht auflösen ließe, wenn man das eigene Selbst ins Universum erstreckt. Die Welt ist ja nicht umsonst so groß!"

* I received this book as a gift from a penfriend. We got to know each other here. The book came on condition to return it immediately in case I was not interested or to read it and then pass it on. Since I finished reading it in a short time (less than a week), the book is now looking for a new place to stay. Love stories are not my cup of tea, but the cover of the book and the fact that it deals with Japan again seemed interesting enough to me in order to give it a try. And I was not disappointed. It is the most poetic book I have read in a long time, but it is also incredibly funny. It deals with the Belgian protagonist who moves to Japan in the late 1980s and teaches French to a Japanese male. After a while the two become a couple. They undertake all kinds of exciting things together, the one or other are bizarre as well. However, I most enjoyed her description of her dramatic experience of climbing the Kumotori Yama ("Mountain of the Cloud and the Bird") alone. The quote below, which speaks to me very much, is from this chapter.
Conclusion: It is an entertaining, funny book, which, fortunately, does not go into too much detail in love matters. ;) In addition one gains a small impression in the Japanese culture. I will definitely read another book by the author. The English version of this book is called
"Tokyo Fiancée".

  • "There is no worry that cannot be dissolved if one extends one's self into the universe. It is not for nothing that the world is this big!"