Freitag, 17. August 2018

Lesestoff: Japan * Reading matter: Japan


* Ob es Zufall ist, dass ich kurz hintereinander oder simultan drei Bücher lese, die alle sehr unterschiedlich sind, aber doch eins gemeinsam haben? Sie alle spielen in oder erzählen von Japan. Eins davon habe ich mir selbst gekauft, die anderen beiden kamen anderweitig zu mir. Alle faszinieren mich auf ihre eigene Art und Weise. Daher möchte ich Euch die Bücher gerne vorstellen.
* Whether it is conicidence that I have been, consecutively or simultaneously, reading three quite differing books that have one thing in common yet? Which is they deal with or tell about Japan. I have bought one of them, the other ones came to me otherwise. All of them are fascinating in their own way. That is why I want to share the books with you.

"Der vorletzte Samurai - Ein japanisches Abenteuer" - Dennis Gastmann
* Mein Mann stolperte über dieses Buch in der Buchhandlung. Seit geraumer Zeit lesen wir uns abends (statt fernzusehen) aus Büchern vor. Es sind bis jetzt alles Bücher über Reise-Abenteuer. Ich selbst hatte schon mal ein Buch von Dennis Gastmann gelesen, das mir sehr gefallen hat. Bei einem Buch über Japan sage ich außerdem nicht nein.
Der Autor und seine Frau, eine in Deutschland aufgewachsene Japanerin (Vater Deutscher, Mutter Japanerin), verbringen Ihre Flitterwochen in Japan, und Dennis Gastmann lernt bei diversen Familientreffen auch die japanische Verwandtschaft kennen. Leider geht es ihm wie dem jüngsten Familienmitglied: er kann sich genauso wenig verständigen, wie das wenige Monate alte Baby.
Zwischen diesen Treffen mit der Verwandtschaft bereist das Paar Japan und Dennis Gastmann beschreibt teilweise skurrile Begegnungen und Begebenheiten, die mich einige Male lauthals zum Lachen brachten. Beispielsweise wie er für Michael J. Fox gehalten wird oder als er mit Japanern in einer Bar über Prince spricht und diese dann sagen: "Ah, Pirinsu", weil sie eine andere Aussprache der westlichen Namen haben. Sehr empfehlenswert!
* My hsuband stumbled across this book at the bookstore. Lately, we have been reading books aloud to each other in the evening (instead of watching TV). All books have been on travel adventures so far. I already read a book by the author Dennis Gastmann, which I liked very much. Besides, I would not say no to a book about Japan.
The author and his wife, a Japanese woman who grew up in Germany (father German, mother Japanese), spend their honeymoon in Japan, and Dennis Gastmann gets to know the Japanese relatives at various family meetings. Unfortunately, he is in the same position as the youngest family member: he cannot communicate with the others just as the few-month-old baby. 
Between these meetings with relatives, the couple travels through Japan and Dennis Gastmann describes some bizarre encounters and events that have made me laugh out loud several times. For example, how he is passed for Michael J. Fox or when he talks to Japanese about Prince in a bar and they say: "Ah, Pirinsu" because they have a different pronunciation of the western names. Highly recommended! Unfortunately, I think it is not available in English currently.


"Bow first, ask Questions later - Ordination, Love, and Monastic Zen in Japan" - Gesshin Claire Greenwood
* Dies ist das Buch, das ich mir selbst gekauft habe, nachdem ich Gesshin Claire Greenwood in der "The Hardcore Zen Show Episode 2" gesehen habe. Leider habe ich ihr genuscheltes Englisch so gut wie nicht verstanden, aber das Buch, das Brad Warner immer mal wieder in die Kamera hielt, sah interessant aus. Und das ist es auch. Dieses Buch habe ich für meine Verhältnisse ziemlich schnell durchgelesen. Da ich immer mehrere Bücher parallel lese, kann es schon einmal dauern bis ich eins beende. Aber dieses hier war für mich ein "page-turner", ich könnte fast das ganze Buch zitieren. Gesshin Claire Greenwood berichtet hauptsächlich über ihre Zeit, die sie als sehr junge Frau in zwei Zen-Tempeln in Japan verbringt. Wie man sicherlich schon ahnt, wenn man sich nur ein bisschen tiefer mit Zen beschäftigt hat, war das ein ziemlich hartes Training, das sie dort durchlief. Sie folgt dem allen allerdings nicht blind sondern hinterfragt sehr viel und lässt den Leser auch immer wieder an ihren Zweifeln teilhaben. Genau das ist es, was mir sehr an dem Buch gefällt. Dies und der Humor mit dem die Autorin schreibt. Sie geht auch ziemlich offen mit Dingen um, die nicht so gut gelungen sind. Dadurch wirkt sie sehr authentisch. Leider gibt es das Buch bis jetzt nur auf Englisch.
Wie ich schon sagte, könnte ich fast das ganze Buch zitieren. Daher hier zumindest noch drei Zitate (das englische Original weiter unten):
  • "Ich ging, weil ich, wie die meisten jungen Leute, auf der Suche nach Antworten war. Ich hörte, dass es dort einen guten Lehrer in einem Kloster/Tempel gab, und so ging ich hin. Natürlich habe ich keine Antworten gefunden. Ich fand immer mehr Fragen und Zweifel. Aber eigentlich ist das okay."
  • "Und ich brauchte eine Übung, um mir zu zeigen, dass ich nicht das Zentrum des Universums bin. Ich habe das wirklich geglaubt, und ich war unglücklich. Zu bemerken, dass ich ein sehr kleiner Teil von allem bin, ist eine viel gesündere und ehrlichere Art zu leben."
  • "Das Ziel für mich ist es, eine Balance zwischen Skepsis und Vertrauen, zwischen Unabhängigkeit und Demut zu finden."
    Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator
* This is the book I bought myself after seeing Gesshin Claire Greenwood on "The Hardcore Zen Show Episode 2". Unfortunately, I hardly understood her "mumbled" English, but the book which was held into the camera by Brad Warner from time to time seemed to be interesting. And it is. I read this book pretty quickly by my standards. Since I always read several books in parallel, it takes a while to finish one. But this book was a page-turner for me. I could quote almost the whole book. Gesshin Claire Greenwood reports mainly about her time she spent in two Zen temples in Japan as a very young woman. As you have probably already guessed, if you have only studied Zen a little deeper, it was a pretty hard training she went through there. However, she does not blindly follow but questions a lot and shares her doubts with the reader time and again. That is exactly what I like about the book. That and the author's humour. She is also pretty open about things that did not work out that well. This makes her quite authentic.
As I said, I could quote almost the whole book. I am sharing three quotes:

  • "I went because, like most young people, I was in search for answers. I heard there was a good teacher in a monastery there, and so I went. Of Course, I didn't find answers. I just found more and more questions and doubts. But actually that's okay."
  • "And I needed a practice to show me that I am not The Center of the Universe. I really used to believe that, and I was miserable. Noticing how I am a very small part of everything is a much healthier and honest way to live."
  • "The goal for me is to strike a balance between skepticism and trust, between Independence and humility."

"Der japanische Verlobte" / "Tokyo Fiancée"
Amélie Nothomb
* Dieses Buch bekam ich von einer Bekannten, mit der ich mir seit einiger Zeit Briefe schreibe, geschenkt. Wir lernten uns hier kennen. Das Buch kam mit der Auflage, es bei Nicht-Interesse postwendend zurückzuschicken oder es zu lesen und es dann weiterzugeben. Da ich es in für mich kurzer Lesezeit (weniger als eine Woche) durchgelesen habe, sucht es nun eine neue Bleibe.
Liebesgeschichten sind ja nicht so mein Fall, aber das Cover des Buches und, dass es wieder um Japan gehen würde, erschien mir interessant genug, um dem Buch eine Chance zu geben. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es ist das Poetischste, was ich seit langem gelesen habe, dazu ist es aber auch noch unheimlich lustig. Es handelt von der belgischen Protagonistin, die Ende der 80er Jahre nach Japan zieht und dort einem Japaner Französischunterricht gibt. Daraus entwickelt sich nachher mehr und die beiden werden ein Paar. Sie unternehmen allerhand spannende Dinge, und auch dort passiert ihnen das ein oder andere Skurrile. Mir hat allerdings am Besten ihre Beschreibung über ihr dramatisches Erlebnis der alleinigen Besteigung des Kumotori Yama ("Berg der Wolke und des Vogels") gefallen. Aus diesem Kapitel ist das untenstehende Zitat, das sehr zu mir spricht.
Fazit: Es ist ein kurzweiliges, lustiges Buch, das in Liebesangelegenheiten zum Glück nicht zu sehr ins Detail geht. ;) Dazu gewinnt man einen kleinen Eindruck in die japanische Kultur. Ich werde auf jeden Fall noch ein weiteres Buch der Autorin lesen.

  • "Es gibt keine Sorge, die sich nicht auflösen ließe, wenn man das eigene Selbst ins Universum erstreckt. Die Welt ist ja nicht umsonst so groß!"

* I received this book as a gift from a penfriend. We got to know each other here. The book came on condition to return it immediately in case I was not interested or to read it and then pass it on. Since I finished reading it in a short time (less than a week), the book is now looking for a new place to stay. Love stories are not my cup of tea, but the cover of the book and the fact that it deals with Japan again seemed interesting enough to me in order to give it a try. And I was not disappointed. It is the most poetic book I have read in a long time, but it is also incredibly funny. It deals with the Belgian protagonist who moves to Japan in the late 1980s and teaches French to a Japanese male. After a while the two become a couple. They undertake all kinds of exciting things together, the one or other are bizarre as well. However, I most enjoyed her description of her dramatic experience of climbing the Kumotori Yama ("Mountain of the Cloud and the Bird") alone. The quote below, which speaks to me very much, is from this chapter.
Conclusion: It is an entertaining, funny book, which, fortunately, does not go into too much detail in love matters. ;) In addition one gains a small impression in the Japanese culture. I will definitely read another book by the author. The English version of this book is called
"Tokyo Fiancée".

  • "There is no worry that cannot be dissolved if one extends one's self into the universe. It is not for nothing that the world is this big!"

Freitag, 15. Juni 2018

Zen-Retreat mit Brad Warner im Domicilum Weyarn


* Schanzen-Zen Hamburg, September 2015: Brad Warner ist in Hamburg und zeigt den Film "Hardcore Zen", eine Dokumentation über sich selbst als "unorthodoxen" Zen-Punk-Mönch-Meister. Zwei Tage später bietet er einen Meditationstag an, an dem ich leider aufgrund von anderen Verpflichtungen nicht teilnehmen kann. In der Diskussionsrunde im Anschluss an den Film kommt Brad sehr sympathisch und bodenständig rüber und ich habe auch noch kurz am Ende der Veranstaltung die Möglichkeit mit ihm zu sprechen (siehe Foto unten).

* Schanzen-Zen Hamburg, September 2015: Brad Warner is in Hamburg and screens his movie "Hardcore Zen", a documentary about himself as "unorthodox" zen-punk-monk-master. Two days later, he is offering a meditation day. Unfortunately, I cannot particiapte due to other obligations I have on that day. During the discussion following the movie screening, Brad appears to be a likeable and down-to-earth guy and I have the opportunity to talk to him after the event (see picture below).

Schanzen-Zen 2015

* Domicilum Weyarn bei München, Juni 2018: Ich sitze in meinem Zimmer im Meditationshaus Domicilum und schaue zweifelnd auf den Zeitplan des dreitägigen Zen-Retreats mit Brad Warner. Das ist eine überwältigende Menge Sitz- und Gehmeditation. Dazu auch noch Arbeitsmeditation und andere Worte auf japanisch auf dem Zeitplan, von denen ich gar nicht weiß, was das sein soll. Will ich das wirklich in meinem wohlverdienten Urlaub machen?

* Domicilum Weyarn bei München, June 2018: I sit in my room in the mediation house in Domicilum and look doubtfully at the schedule of the three-day zen retreat with Brad Warner. That is quite an overwhelming amount of sitting and walking meditation. Added to this there is the working meditation and other words in Japanese, I do not know what this is all about. Do I really want to do this in my well-deserved vacation time?

* Es ist ein moderates Retreat, es gibt keine Verbote (Smartphone, Bücher). Gut für jemanden, der, wie ich, noch keine mehrtätigen Retreats gemacht hat. Wir werden dazu angehalten, die 3 Tage größtenteils im Schweigen zu verbringen, aber organisatorische Dinge dürfen besprochen werden.

* It is a moderate retreat, there are no prohibitions (Smartphone, books). Good for someone like me who had not joined multi-day retreats before. We are asked to spend the 3 days in silence for the majority of time but it is allowed to talk about things concerning organisational issues.

* Das Domicilium liegt in der Nähe eines Waldes und umgeben von einem wundervollen Garten an einem Hang. Vogelgesang und Froschgequake sind allgegenwärtig, an einem Tag sehe ich sogar eine Ringelnatter. Haus und Garten sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Auch das sehr gute vegetarische Essen wird immer wieder mit Kräutern und Blüten aus dem Garten verziert.

* Domicilium is located near a forest and surrounded by a wonderful garden on a slope. Birdsongs and the croaking of frogs are ubiquitous, one day I even see a ring snake. House and garden are designed with plenty of attention to detail. The very tasty vegeterian food is also decorated with herbs and blossoms from the garden.

Nachgestellte Szene: Dokusan
Recreation/restaging of Dokusan
* Es scheint so, als bräuchte Brad erstmal ein ganz klein wenig Zeit um warm zu werden (was ich selbst sehr gut kenne), aber dann ist er der sympathische Typ, den ich aus 2015 (und aus seinen You Tube Videos) in Erinnerung habe. Er ist beim Dokusan (Einzelgespräch) ein sehr guter Zuhörer. In einem seiner Vorträge erzählt er beispielsweise, dass er Menschen beim Gespräch wirklich versucht zuzuhören anstatt, was die meisten von uns normalerweise tun, schon während das Gegenüber spricht, darüber nachzudenken, was wir gleich dazu sagen wollen. Ich habe den Eindruck, dass er lebt was er lehrt. So vergeht mein relativ langes Dokusan wie ihm im Flug ...

* First off, it seems like Brad needed a wee bit time to become comfortable with something and somebody (what I know very well myself) but then he is the likeable guy I remember from 2015 (and from his You Tube Videos). He is a real good listener during Dokusan (one-on-one conversation). In one of his talks he tells us that he really tries to listen to the other person he is talking to during a conversation instead of thinking about what he wants to say next while the other one is talking - which is how most of us usually act in conversations. My impression is that he lives what he teaches. So, during my relatively long Dokusan time flies …

* Wo wir gerade bei Zeit sind - die Zeit ist eine seltsame Sache. Mal vergeht sie eben wie im Flug, mal fühlt sie sich an als zieht sie sich wie Kaugummi ins Unendliche. Wenn einem dann bei der Sitzmeditation auch so langsam die Gräten anfangen, wehzutun, scheint die Zeit stillzustehen.
Nach einer ziemlich unangenehmen "Sitzung" folgt eine weitere, die letzte für diesen Abend. Eine Nachtigall singt ihren wunderschönen Vogelgesang direkt in die Meditationshalle hinein. Die Zeit vergeht nun wieder in Null Komma Nichts. Am nächsten Morgen fragt sich Brad in seinem Vortrag, was für einen wunderschönen Vogelgesang er beim Sitzen am Abend gehört hat. Wir kommen zusammen dahinter, welcher Vogel es war.
Immer mal wieder lausche ich, ob die Nachtigall ihr wunderschönes Lied vorträgt. In den allerletzten Minuten der letzten Sitzmeditation dieses Retreats singt die Nachtigall wieder bis kurz vor dem Klangschalen-Gong. Als wollte sie uns Tschüss sagen!
(Am Ende dieses Beitrags habe ich gleich nach dem "Haiku" unprofessionelle Ton-Aufnahmen des ulkigen Nachtigall-Gesangs hochgeladen.)

* Speaking of time, time is a strange thing. As mentioned above, sometimes it flies, some other time it feels like it drags on forever like a bubble gum (as we say in German). When your bones start aching on top of that, time seems to stand still.
After a quite unpleasant "sitting" follows another, the last one for this evening. A nightingale sings its wonderful song into the meditation hall. Now time goes by double-quick again. On the next day, Brad is wondering what kind of bird it was he heard the night before. We are figuring it out togehter.
Time and again, I listen carefully whether the nightingale recites its beautiful song. During the very last minutes of our last sitting meditation of this retreat, the nightingale sings until just before the bell rings. As if it wanted to tell us Goodbye!
(At the end of this entry, right after the "Haiku", I uploaded non-professional recordings of the weird nightingale songs.)

* Bei seinem Abschiedsvortrag trägt Brad uns dann noch seinen "Vogelgesang" vor. Nach der letzten Gehmeditation kommt er mit einer Gitarre herein. Ein paar Nächte zuvor hatte er von einem Lied geträumt, das er nun zum Besten gibt. "What's so funny bout peace and love and understanding" berühmt geworden durch Elivs Costello. Ich kannte das Lied vorher nicht, aber ich mag den Text sofort. Ich habe übrigens beim googeln gesehen, dass es auch eine Version dieses Liedes von den Toten Hosen gibt. ;)
Ohne Zugaben kann Brad dann seinen Vortrag an diesem Tag natürlich nicht beenden, so dass er noch Songs seiner Band Zero Defex und - zu meiner Freude - "Purple Haze" und "Voodoo Chile" von Jimi Hendrix spielt. Woohoo!!! ;)

* On his leave-taking talk, Brad is performing his "bird songs". After the last walking Meditation he comes in with a guitar. A couple of nights before, he dreamed of a song he is sharing with us now. "What's so funny bout peace and love and understanding", a song made popular by Elvis Costello. I did not know that song before but I like the lyrics right away.
Of course, Brad cannot leave without playing encors so that he is playing songs of his band Zero Defex and - to my great joy - "Purple Haze" and "Voodoo Chile" by Jimi Hendrix. Woohoo!!! ;)

* Ich freue mich über jeden einzelnen, der bei unserer kleinen Gruppe dabei war sowie über die Menschen vom Domicilium, die dies alles ermöglicht haben. Ich danke Brad, dass er die Strapazen auf sich genommen hat, nach Europa zu kommen. Ich freue mich, dass ich mich auf dieses kleine Abenteuer eingelassen habe. Ich danke meinem Mann, dass er mich von Schleswig-Holstein nach Bayern begleitet und in einer nahegelegenen Pension Urlaub gemacht hat. Und ich danke den Vögeln und den anderen Gartenkreaturen, allen voran der Nachtigall!

* I rejoice at each individual who participated in our relatitively small group as well as at erveryone at Domicilium who made this all possible. I thank Brad that he undertook the tribulations of coming to Europe. I am glad that I let myself in for this small adventure. I thank my husband for accompanying me from Northern Germany to Bavaria and staying in a guesthouse nearby. And I thank the birds and all the other garden creatures, especially the nightingale!

Eine Art Haiku * A kind of Haiku 
(Sesshin = Retreat, Zendo = Meditationshalle/Meditation hall) 

Ich sitze mein erstes Sesshin 
Schräg-klingendes Zendo 
Gesang einer Nachtigall

Sitting my first sesshin
Weird sounding zendo
Birdsong of a nighingale

Freitag, 2. März 2018

Verrückt nach Kapok



Seit ich angefangen habe zu meditieren hat sich über die Jahre zugegebenermaßen das ein oder andere Meditationskissen angesammelt. Ganz am Anfang saß ich natürlich auf zusammen gefalteten Decken. Ich wusste ja noch nicht, ob das wirklich etwas für mich ist. Außerdem bevorzugte ich in der ersten Zeit den Fersensitz. Die Sitzhaltung und auch die benötigte Sitzhöhe hat sich über die Jahre verändert, so auch die Formen und Größe der Kissen. Und seitdem ich regelmäßig zu einer Zen-Gruppe gehe, manifestierte sich der Wunsch ein traditionelleres schwarzes Kissen in die kleine Sammlung mit aufzunehmen. Dieses Kissen ist mein erstes Kissen mit Kapok-Füllung. Das Sitzgefühl hat mich so begeistert, dass ich kurzerhand Kapok-Füllmaterial für zwei meiner älteren Kissen nachbestellt habe. Eins davon wird nämlich immer mal wieder von meinem Mann genutzt und das andere Kissen wird auch weiterhin von mir benutzt werden, wenn auch nicht so häufig wie das neue „kleine Schwarze“.

Wie ich schon in dem Beitrag über meine Yogamatte schrieb: Dies ist übrigens ein rein privater "Old-School-Blog" - ich verdiene nichts mit ihm oder mit Werbung für irgendwelche Produkte und habe es auch nicht vor. Den Blog schreibe ich in erster Linie für mich und für den ein oder anderen, der sich eventuell für die Themen interessiert. Das ist alles.

Bei allen Kissen, die ich gekauft habe, war es mir wichtig, zu wissen, wo sie gefertigt werden. Glücklicherweise können sie, gemäß eigenen Angaben auf den jeweiligen Webseiten, alle in Deutschland genäht und gestopft werden.

Mediationskissen von Bosiki, Füllung: Bio-Dinkelspelz
Meine ersten 3 Kissen, mit denen ich jahrelang zufrieden war, und es auch immer noch bin, sind von Bosiki, einem Unternehmen in Schleswig-Holstein. Bei Bosiki kann man sich sein Kissen über den Online-Shop individuell zusammen stellen, beispielsweise kann man Kissenhöhen, Farbkombinationen oder Symbole für das Kissen auswählen. Es gibt nun auch ein sogenanntes „Step-Kissen“, welches in der Höhe veränderbar ist. So braucht man nicht mehr, wie ich, über die Jahre verschiedene Meditationskissen ansammeln *räusper*.
Ich habe viele Jahre gut auf den Bosiki-Kissen mit der Bio-Dinkelspelz-Füllung gesessen. Im direkten Vergleich zur Kapok-Füllung muss ich aber sagen, dass ich persönlich kein Kissen mit dieser Füllung mehr kaufen würde. Ich bevorzuge einfach das glattere Sitzgefühl auf Kapok. Außerdem sind die Kissen mit Kaopok-Füllung in ähnlicher Größe auch merklich leichter als die mit Dinkelspelz-Füllung. Letztlich ist das aber Geschmackssache.

Meditationskissen „Roshi, klein“ von Bausinger, Füllung: Kapok
Wie Ihr wahrscheinlich schon rausgehört habt, ist dieses Kissen momentan mein absoluter Favorit. Bausinger ist eine 1977 gegründete Yogamanufaktur, deren Werte gemäß Webseite „Bio, Fair, Nah“ sind. Die Meditationskissen und -bänkchen werden in Behindertenwerkstätten in Deutschland gefertigt. Von allen hier vorgestellten Online-Shops wurde dieses Kissen übrigens am schnellsten geliefert, Lieferzeit 2 Werktage. Das Meditationskissen „Roshi, klein“ ist gefüllt mit Kapok, das man eventuell als Polstermaterial von Sofas etc. kennt. Ich empfinde das Sitzen auf dem Kissen als sehr angenehm, da es nicht zu hart und nicht zu weich ist und sich vor allem im Gegensatz zu Dinkelspelz glatt anfühlt. Außerdem sind die Kissen, die damit gefüllt sind, viel leichtgewichtiger als Kissen vergleichbarer Größe mit Dinkelspelz. Passend zu dem kleinen Roshi habe ich mir bei Bausinger noch ein Stützkissen für mein rechtes Bein gekauft. Ratet mal, womit es gefüllt ist … ;) Genau, ebenfalls Kapok.

Meditationskissen „BlossOm Pure“ von BlossOm, Füllung Schaumstoff-Flocken
Dieses Kissen sah ich irgendwann bei meiner Yogalehrerin und war sofort verliebt. Wenn ich nach dem Yoga gut gedehnt war, habe ich darauf meine ersten Versuche gemacht, im halben Lotos zu sitzen. Und ich konnte diesen Sitz auch 20 Minuten ohne Schwierigkeiten halten. Es gibt bei BlossOm aber auch weitere Formen, die für andere bevorzugte Sitzhaltungen geeignet sind. Gemäß Webseite besteht das Füllmaterial aus Schaumstoff-Flocken mit hoher Raumdichte, die aus Resten einer deutschen Matratzenmanufaktur stammen. Ich empfinde das Sitzen darauf ähnlich wie auf Kapok, vielleicht ein klein wenig fester, aber auch schön glatt. Im Sommer nehme ich es gerne mit auf den Balkon, um gemütlich darauf im Freien zu sitzen. Dieses besondere Kissen kann ich sehr empfehlen, hier muss man aber nach der Bestellung mit ein wenig Wartezeit rechnen.

Oben noch ein paar Fotos von meiner Austausch-Aktion, meine alten Kissen mit Kapok zu füllen. Das rote Kissen wird nämlich, wie oben erwähnt, seit einiger Zeit auch regelmäßig von meinem Mann verwendet. Er soll ebenfalls in den Genuss dieser angenehmen Füllung kommen. Beim Austausch ist es für den Reißverschluss des Kissens von Vorteil, wenn das Kapok in ein Inlet, ein Innenkissen, gefüllt werden kann (graues Kissen). Das Kapok verfängt sich sonst gerne schon einmal in dem Reißverschluss. Außerdem ist eine Fusselrolle sehr hilfreich wie man an den Klamotten auf dem Foto rechts unten sieht ...

Samstag, 17. Februar 2018

"How we sit zazen is how we live our life"


Please find an English summary of this entry written in German at the end of this post.

Kürzlich habe ich nach längerer Zeit mal wieder zwei Episoden des empfehlenswerten Podcasts "The Zen Studies Podcast" gehört. In der Episode 47 "How to Guide Your Own Meditation Part 1: Do Something, Don’t Just Fall Asleep" fiel der Satz "How we sit zazen is how we do everything" (auf deutsch: "Wie wir im zazen sitzen/meditieren ist wie wir alles tun"). Beim nächsten Sitzen (Zazen/Meditieren) fiel mir der Satz wieder ein, nachdem ich mich mal wieder in Gedankenketten verloren hatte. Allerdings erinnerte ich mich etwas anders an ihn: "How we sit zazen is how we live our life" (auf deutsch: "Wie wir im zazen sitzen/meditieren ist wie wir unser Leben leben"). Diese Version gefällt mir besser, vielleicht habe ich sie sogar schon mal irgendwo anders gelesen oder gehört.

Wenn ich mich sonst in Gedankenketten verliere, kehre ich zurück zu einer Körperempfindung, einem Geräusch, einem Geruch (manchmal duftet ein Duschgel oder ähnliches) etc. Dies mache ich immer noch. Seitdem ich mich an diesen Satz erinnert habe, frage ich mich allerdings auch hin und wieder, wenn ich mal wieder abschweife, "wie will ich leben?" oder einfach nur "wie?". Es geht ein bisschen in die Richtung von "what is this?", eine Fragestellung die Martine Batchelor lehrt, die im koreanischen Zen unterwiesen wurde. Mit diesem "what is this?" oder "was ist das?" konnte ich vor einem Jahr, als ich den Online-Kurs von ihr mit gemacht habe, nicht viel anfangen. Wahrscheinlich ist mein Ansatz auch gar nicht zu vergleichen und es ist doch etwas völlig anderes.

Bei mir bewirkt diese Frage "wie (will ich leben)?" kurz innezuhalten, ob ich diesen Gedanken, denen ich gerade Raum schenke, tatsächlich gerade folgen will. Will ich gerade, dass dieser Songtext in meinem Kopf herumschwirrt, will ich mich gerade über jemanden ärgern, will ich schon wieder über irgend etwas, was ich noch zu tun habe nachdenken? Oder will ich jetzt einfach nur in diesem Moment sein? Manchmal kann es sein, dass man an etwas Schönes denkt und eigentlich nicht davon ablassen will. Dann ist das auch okay. Es geht nicht darum, etwas zu ändern oder zu verbessern. Es geht darum, innezuhalten und zu erkennen, was man gerade wirklich will.

Ich habe gemerkt, dass es sich für mich auch lohnt, sich diese Frage im Alltag zu stellen. Will ich jetzt eine schöne Zeit mit meinem Partner verbringen, oder mit ihm irgendein Problem aus dem Alltagsleben diskutieren. Zumindest komme ich danach wieder schneller in den Moment zurück, der jetzt gerade ist und den ich erleben will.

English summary:
The sentence "How we sit zazen is how we do everything" from Episode 47 "How to Guide Your Own Meditation Part 1: Do Something, Don’t Just Fall Asleep" of the recommendable podcast "The Zen Studies Podcast" was an eye opener to me. Though I have remembered it a little bit differently during my next meditation session, i. e. as "How we sit zazen is how we live our life", this sentence and the following questions "how would I like to live my life?" or just "how...?" emerging from it, have been serving as an "anchor" since. An "anchor" like the more common anchors just as returning to the breath or listening to sounds etc. This new anchor helps me to pause and ask myself whether I want to get lost in the thoughts just arising, whether I want to get angry about something or someone now, whether I want to go through my to do list while meditating. These questions also help me in my daily life.

Sonntag, 11. Februar 2018

Brennholz / Firewood

Brennholz wird zu Asche, und die Asche kann niemals wieder zu Brennholz werden.
("Genjokoan", Dogen, Übersetzung: Nishijima/Cross/Linnebach)

Firewood becomes ash; it can never go back to being firewood.
("Genjokoan", Dogen, Translation: Nishijirma/Cross)

Donnerstag, 28. Dezember 2017

In der Dunkelheit da ist Helligkeit - Rückschau und Vorschau

In der Helligkeit da ist tiefste Dunkelheit,
hafte nicht an der Dunkelheit.
In der Dunkelheit da ist Helligkeit,
aber suche nicht nach der Helligkeit.
Dunkelheit und Helligkeit wechseln einander ab
wie beim Gehen der vordere und der hintere Fuß.
Jedes Phänomen hat seinen Wert.
- Sandōkai  (Sekito Kisen, 700–790) 

Within the light there is darkness,
but do not be attached to that darkness.
Within the darkness there is light,
but do not look for that light.
Darkness and light alternate with one another
like the foot before and the foot behind in walking.
Each thing has its own intrinsic value.
- Sandōkai  (Sekito Kisen, 700–790) 

In dem (Hör-)Buch "Nothing holy about it" hörte ich  zum ersten mal bewusst immer wieder Zitat-Varianten der zwei Zeilen aus dem Sandōkai, in denen es um die Dunkelheit und die Helligkeit geht. Diese haben mich sofort sehr angesprochen.

Diesen Blog habe ich Anfang des Jahres ins Leben gerufen, um weitere Erfahrungen auf dem Gebiet der Mediation und des Ashtanga Yogas zu machen und diese für mich festzuhalten. Im März nahm ich an einem Online-Meditations-Kurs mit Martine Batchelor teil, aus dem ich einige Anregungen hinsichtlich meiner Meditationspraxis für mich mitgenommen habe. Im April besuchte ich einen Ashtanga-Yoga-Workshop mit dem sagenhaften David Swenson. Es war unglaublich toll, Ashtanga Yoga live von einem solchen begabten Übenden zu sehen. Im Juni war ich 2 x bei einer Thich-Nhath-Hanh-Meditationsgruppe. Es war eine gute Erfahrung, aber nicht so ganz mein Ding. Davon abgesehen war es auch etwas weit von meinem Wohnort entfernt. Dafür habe ich inzwischen eine Zen-Gruppe in meiner Nähe gefunden, die ich bereits einige Male besuchte. Dort gefällt es mir gut. Eine absolute Bereicherung im Jahr 2017 war der 5-Tage-Intensivkurs Achtsames Selbstmitgefühl (Mindful Selfcompassion). Ich habe viel über mich und für meine Meditationspraxis gelernt sowie wunderbare Kontakte geknüpft, die noch andauern.

Nachdem Erfolg dieses 5-tägigen Intensivkurses habe ich mich dann endlich getraut, ein Schweige-Zen-Retreat mit Brad Warner für 2018 zu buchen. Auch die oben genannte Zen-Gruppe werde ich im Jahr 2018 weiterhin besuchen. Daneben möchte ich mich mit den Zen-Texten wie oben zitiert beschäftigen, beispielsweise mit dem Sandōkai, aber auch mit der deutschen Übersetzung des Shōbōgenzō von Nishijima/Cross/Linnebach (Band 1 bis Band 4). Seit Weihnachten bin ich im Besitz aller vier Bände. :)

Neben dem Sitzen (Meditieren) sollen Partnerschaft und Familie, Yoga, Spaß, Meer, Freunde, Fotografie, Musik sowie Zufriedenheit auch mein Jahr 2018 wieder bereichern.

Postscriptum oder Last but not Least:
Manche Dinge sind schon so zur Selbstverständlichkeit geworden, dass sie kaum Erwähnung finden, obwohl sie alles andere als selbstverständlich sind. Dazu zählt der Unterricht mit meiner grandiosen Yogalehrerin, der jetzt schon 2,5 Jahre andauert und sicherlich noch viele Jahre andauern wird. Eine so kompetente Yogalehrerin in der Nähe zu haben ist wirklich ein Geschenk. Genauso wie die Freundschaft, die daraus erwachsen ist. Dafür bin ich unendlich dankbar!





Samstag, 9. Dezember 2017

Neue Yogamatte - a new soul mat

* Meine grüne Yogamatte Manduka Pro hat eine kleine Schwester bekommen: Die etwas schmalere, dünnere und leichtere Yogamatte Manduka ProLite in einem dunklen rot. Die Farbe nennt sich "indulge" - verwöhnen. Diese Farbe spricht total zu mir.
Die rote Matte (ProLite) kann fast alles, was die grüne Matte (Pro) kann. Mit 1,8kg ist sie 1,6kg leichter als die Pro-Matte. Das ist natürlich angenehmer, wenn man sie mal mitnehmen will. Ansonsten wellt sie sich momentan nur, wenn ich die Füße versuche vom heraufschauenden Hund in den herabschauenden Hund abzurollen, wie man es beim Ashtanga macht (ich übe noch an diesem Abrollen). Damit kann ich aber leben und vielleicht ändert es sich ja noch. 

* My green yoga mat Manduka Pro now has a little sister: The slightly narrower, thinner and lighter yogamat Manduka ProLite in a dark red. The colour is "indulge". The colour absolutely resonates with me. 
You can do almost everything on the red mat (ProLite) what you can do on the green mat (Pro). "She" weighs 1.8kg, hence she is 1.6kg lighter than the Pro mat. Obviously, this is more pleasant when you want to take "her" with you somewhere else. Other than that "she" currently bubbles up only when I am trying to unroll my feet from upward dog towards downward downward dog as you do in Ashtanga (I am still practising on unrolling). However, that is ok for me and maybe it will still change.

* Wenn ich so übe, dass die rote Matte auf der grünen liegt, habe ich das oben genannte Problem beim Abrollen nicht mehr. Und ich habe noch mal mehr Dämpfung in den Sprüngen. Ich bin zufrieden. Es ist wirklich eine "soul mat".
Für die Fotos hatte ich die Matte etwas geputzt, aber die Boulder-Kreide, die ich in einigen Asanas verwende, sieht man doch noch ...
Die Matte habe ich bei greenyogashop.com gekauft.

* When I practise on the red mat lying on the green mat, I do not have the above-mentioned problem when unrolling anymore. Additionally, I have more bounce memory when jumping. I am satisfied. It is truly a "soul mat". 
I had cleaned the mat before taking the pictures but the boulder chalk which I use in some of the asanas is still visible ...
I ordered the mat with greenyogashop.com.
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* Dies ist übrigens ein rein privater "Old-School-Blog" - ich verdiene nichts mit ihm oder mit Werbung für irgendwelche Produkte. 
* By the way, this is a pure old school blog - I do not earn anything with this blog or advertisement for any products.