Sonntag, 4. Juni 2017

Urlaubszeit, Leichtigkeit: Buch Strala Yoga


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Sommerzeit, Urlaubszeit! Und damit auch Zeit, mehr Leichtigkeit zu kultivieren. So sah ich kürzlich das Buch "Strala Yoga" von Tara Stiles in der Buchhandlung. Mag sein, dass sie ein "gehypter Yogastar" ist, aber da ich bei YouTube ab und an mal Videos von ihr mit Asana-Abfolgen mitgemacht hatte und diese mir auch gut gefallen hatten, musste ich unbedingt mal ins Buch hinein schauen. Im Gegensatz zu der Flut an sonstigen Yogabüchern, die mir nur ein müdes Gähnen entlocken konnten, hat mich dieses Buch durch den lockeren Schreibstil (ok, manchmal vielleicht übertrieben locker) und durch die interessant aussehenden fotografierten Übungsfolgen sehr angesprochen. Darüber, dass Tara Stiles' Lebensgeschichte (aus deutscher Sichtweise) etwas "amerikanisch" blauäugig und verklärt ist (sie hat den Yogaweg ganz uneigennützig gewählt, weil sie seit jeher das Bedürfnis hatte, Menschen zu helfen ...), muss und kann man auch mit Leichtigkeit hinweg sehen. Denn um Leichtigkeit geht es ja in dem Buch und die Betonung der Leichtigkeit ist es wahrscheinlich auch was mich sehr anspricht. Ab und an, und gerade im Urlaub, möchte man mal aus seiner normalen und eventuell zeitweise auch starren (Ashtanga-)Praxis ausbrechen und kreativer sowie noch mehr "im Flow" üben.
Man sieht, es geht von Anfang an ordentlich zur Sache in dem Buch. Eine der ersten Übungsabfolgen enthält Handstand-Variationen. Für Anfänger gibt es hier keine Variante, außer, dass man eben nur so weit in die Position hinein gehen soll, wie man es kann. Wenn man schon etwas Yoga-Erfahrung hat, wird man damit zurecht kommen und die Übungen entsprechend anpassen.
Es wird von Anfang an ein großes Augenmerk auf den eigenen Atem gelegt. Das ist für die Yoga-Praxis eigentlich nichts Neues, wird aber oftmals etwas stiefmütterlich behandelt. In den Texten zu den Übungen wird beschrieben, wann man ein- und wann man ausatmen sollte. Noch übersichtlicher wäre es geweisen, dies mit Abkürzungen über die Fotos zu schreiben. Auch hier werden erfahrenere Yoga-Praktizierende intuitiv wissen, wie geatmet werden sollte.
Das Buch bietet Abfolgen für verschiedene Zwecke, beispielsweise, ob man sich "viatlisieren", "entspannen" oder "sanft werden" möchte. Wie sehr man die Übungsabfolgen in so einer Schublade stecken kann, sei mal dahin gestellt ... Der lockere Schreibstil und die Bilder mit jungen Menschen, die Spaß haben, in der Gruppe oder am Strand Yoga zu üben (siehe oben), soll wahrscheinlich ein Publikum ansprechen, das jünger ist als ich. ;)
In abgesetzten andersfarbigen Boxen gibt es immer mal wieder Tipps zum Üben. Hier werden nicht wirklich Geheimnisse verraten. Wenn man die schwierigen Positionen meistern will, muss man eben sehr viel (mit Leichtigkeit) üben. Trotzdem sind die Tipps ganz nett zu lesen.

Auffällig ist, dass der Fokus auf stehenden Übungen liegt. Es gibt auch ein paar Übungsabfolgen (siehe oben) mit sitzenden Positionen, aber diese sind deutlich in der Minderheit. Wahrscheinlich bieten sich stehende Positionen besser für fließende Abfolgen an. Bei den YouTube-Videos ist mir außerdem schon öfter aufgefallen, dass sich viele Positionen wiederholen, beispielsweise liebt Tara Stiles "Down Dog Split" und seine Variationen. Das kann manchmal etwas eintönig werden, aber da diese Position in der ersten Serie im Ashtanga Yoga gar nicht vorkommt, ist es für mich eine willkommene Abwechslung. Und sitzende Postionen könnte man ja noch selber einbauen, denn beim Strala Yoga geht es ja auch um die eigene Kreativität.


Es wird immer mal wieder das Thema Meditation angerissen und ganz, ganz grobe Hinweise zu einer Art Achtsamkeitsmeditation gegeben. Da das Buch im Untertitel unter anderem mit "Achtsamkeit" wirbt und die Autorin nach eigenen Angaben vor dem Yoga schon eine wie auch immer geartete Meditatonspraxis hatte, hätte man hier vielleicht ein wenig mehr erwarten können. Aber um tiefer (bzw. sehr tief) in dieses Thema einzusteigen, empfehle ich doch andere Bücher - Empfehlungen siehe unten in der Kontra-Aufzählung. Zumindest gibt sie ein paar Hinweise, wie man "achtsam" in die einzelnen Positionen "hineinspüren" kann.

Es wird sich zeigen, ob das Buch für mich nur eine "Urlaubsliebe" ist oder etwas solideres ist. Hier noch mal zusammengefasst Pro und Kontra aus meiner Sicht:

Pro:
  • Fotografisch ansprechende Übungsabfolgen.
  • Aufforderung, die Leichtigkeit ins Leben und die Übungen zu holen und nicht so strikt an Regeln zu hängen.
  • Augenmerk darauf, im eigenen Atem zu üben und Hinweise dazu jeweils bei den Übungsabfolgen.
  • Lockerer Schreibstil und dadurch recht angenehm zu lesen.
Kontra:
  • Nicht wirklich viele Tipps für Varianten für Anfänger.
  • Relativ wenige Übungsabfolgen, in denen sitzende Postionen zusätzlich zu den stehenden Positionen vorkommen.
  • Einige sich oft wiederholende Asanas.
  • Das Thema Meditation wird extrem oberflächlich behandelt. Hier empfehle ich "Die Praxis der Achtsamkeit" von B. H. Gunaratana (ich kenne allerdings nur die englische Version). Zur Zeit lese ich außerdem das "Handbuch Meditation" von Culadasa John Yates und "Mastering the Core Teachings of the Buddha" von Daniel Ingram, die aber beide schon sehr in die Tiefe gehen.
Ich habe mich dann heute mal am Strand mit einem kreativen "Flow" ausgetobt und auch mal wieder "Bakasana"/"die Krähe" geübt. Es fällt mir leichter, das Asana am Strand zu üben, da man nicht so Angst haben muss, dass wenn die Arme nachgeben, man hart fällt ...
Ich danke Dir für Deine Aufmerksamkeit und hoffe, dieser Blog-Eintrag hat Dir ein wenig gefallen. Lebe lang und in Frieden!

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