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Mittwoch, 17. Juni 2020
Ein Jahr ohne Alkohol
* Schon wieder ist ein Jahr vergangen. Nämlich ein Jahr in dem ich keinen Alkohol/keine alkoholischen Getränke zu mir genommen habe habe.
2019 hörte ich das interessante Hörbuch "Why We Sleep: The New Science of Sleep and Dreams" by Matthew Walker. Unter anderem war ich entsetzt über seine Ausführungen, wie Alkohol, den man am Abend konsumiert, den Schlaf beeinträchtigt. Ich hörte außerdem 2 Podcast Episoden, in denen Interview-Gäste vorkamen, die mindestens ein Jahr keinen Alkohol getrunken hatten: Bevegt Pocast #163 "Ein Jahr ohne Alkohol: Ein Erfahrungsbericht" und Rich Roll podcast #444 with Andy Ramage. Empfehlen möchte ich ferner die Podcast-Episode zum Thema "Straight Edge" von Vegup Radio (27.04.2017).
* Again one year went by. For me, in particular one year without drinking any alcohol/alcoholic beverages.
In 2019 I listened to the interesting audio book called "Why We Sleep: The New Science of Sleep and Dreams" by Matthew Walker. Among others, I was appalled by his statements on how alcohol, when consumed in the evening, affects sleep. I also listened to two podcast episodes including interview partners/guests who did not drink any alcohol for at least one year or more: Bevegt Pocast #163 "Ein Jahr ohne Alkohol: Ein Erfahrungsbericht" (German only) and Rich Roll podcast #444 with Andy Ramage. Furthermore, I would like to recommend the podcast episode on the subject of "Straight Edge" recorded by Vegup Radio (27.04.2017) (German only).
* In mir wuchs eine Idee. Nach dem Besuch einer Hochzeit Anfang Juli 2019, bei der ich nüchtern blieb und es mir gut gefiel, beschloss ich, mindestens ein Jahr keinen Alkohol zu trinken. Da ich schon seit einigen Wochen zuvor keinen Alkohol getrunken hatte, kenne ich das genaue Datum nicht, an dem mein Jahr ohne Alkohol begann. Allerdings aß ich an Weihnachten Eierlikörtorte und nahm während einer Erkältung Hustensaft ein, der Alkohol enthielt. Wenn man sich für ein Jahr ohne Alkohol entscheidet und dies nicht aus rein gesundheitlichen Gründen tut, kann man sich seinen eigenen Rahmen setzen. Für mich war es wichtig, keine alkoholischen Getränke zu mir zu nehmen. Ich bemerkte, dass mir der Alkohol in den Cocktails, die ich ganz gerne mal trinke, gar nicht fehlte. Es gibt im Internet so viele gute Rezepte für erfrischende alkoholfreie Getränke. Ich kann zum Beispiel das Buch "Alkoholfreie Drinks: Die perfekten Begleiter von Frühstück bis Dinner" auf dem ersten Foto empfehlen. Außerdem habe ich gerade neulich endlich eine alkoholfreie Variante für "Aperol" Spritz gefunden.
* An idea grew. After attending a wedding at the beginning of July 2019 during which I had stayed sober and had liked it, I decided not to drink any alcohol at least for one year. As I had not drunken any alcohol a couple of weeks before, I do not know the exact date when my year without alcohol actually started. What I did do is eating a cake with egg liqueur on Christmas and taking a cough syrup containing alcohol during a cold. When you do one year without alcohol and it is not for pure health reasons alone, you can set your own frame and limits. To me it was important not to drink any alchoholic beverages. I realized that I do not need alcohol in the cocktails I liked so much. There are many good online recipes of refreshing non-alcoholic drinks. I can also recommend the book on the first photo. Additionally, I have finally found a recipe for a non-alcoholic version of "Aperol" Spritz just recently.
Sonntag, 22. März 2020
Vogelbeobachtung vor der Haustür * Bird watching on the door step
Buchfink (männlich) / Chaffinch (male)
Buchfink (weiblich) / Chaffinch (female)
Star / Starling
Sperling / Sparrow
Blaumeise / Blue tit
Samstag, 17. Februar 2018
"How we sit zazen is how we live our life"
Kürzlich habe ich nach längerer Zeit mal wieder zwei Episoden des empfehlenswerten Podcasts "The Zen Studies Podcast" gehört. In der Episode 47 "How to Guide Your Own Meditation Part 1: Do Something, Don’t Just Fall Asleep" fiel der Satz "How we sit zazen is how we do everything" (auf deutsch: "Wie wir im zazen sitzen/meditieren ist wie wir alles tun"). Beim nächsten Sitzen (Zazen/Meditieren) fiel mir der Satz wieder ein, nachdem ich mich mal wieder in Gedankenketten verloren hatte. Allerdings erinnerte ich mich etwas anders an ihn: "How we sit zazen is how we live our life" (auf deutsch: "Wie wir im zazen sitzen/meditieren ist wie wir unser Leben leben"). Diese Version gefällt mir besser, vielleicht habe ich sie sogar schon mal irgendwo anders gelesen oder gehört.
Wenn ich mich sonst in Gedankenketten verliere, kehre ich zurück zu einer Körperempfindung, einem Geräusch, einem Geruch (manchmal duftet ein Duschgel oder ähnliches) etc. Dies mache ich immer noch. Seitdem ich mich an diesen Satz erinnert habe, frage ich mich allerdings auch hin und wieder, wenn ich mal wieder abschweife, "wie will ich leben?" oder einfach nur "wie?". Es geht ein bisschen in die Richtung von "what is this?", eine Fragestellung die Martine Batchelor lehrt, die im koreanischen Zen unterwiesen wurde. Mit diesem "what is this?" oder "was ist das?" konnte ich vor einem Jahr, als ich den Online-Kurs von ihr mit gemacht habe, nicht viel anfangen. Wahrscheinlich ist mein Ansatz auch gar nicht zu vergleichen und es ist doch etwas völlig anderes.
Bei mir bewirkt diese Frage "wie (will ich leben)?" kurz innezuhalten, ob ich diesen Gedanken, denen ich gerade Raum schenke, tatsächlich gerade folgen will. Will ich gerade, dass dieser Songtext in meinem Kopf herumschwirrt, will ich mich gerade über jemanden ärgern, will ich schon wieder über irgend etwas, was ich noch zu tun habe nachdenken? Oder will ich jetzt einfach nur in diesem Moment sein? Manchmal kann es sein, dass man an etwas Schönes denkt und eigentlich nicht davon ablassen will. Dann ist das auch okay. Es geht nicht darum, etwas zu ändern oder zu verbessern. Es geht darum, innezuhalten und zu erkennen, was man gerade wirklich will.
Ich habe gemerkt, dass es sich für mich auch lohnt, sich diese Frage im Alltag zu stellen. Will ich jetzt eine schöne Zeit mit meinem Partner verbringen, oder mit ihm irgendein Problem aus dem Alltagsleben diskutieren. Zumindest komme ich danach wieder schneller in den Moment zurück, der jetzt gerade ist und den ich erleben will.
English summary:
The sentence "How we sit zazen is how we do everything" from Episode 47 "How to Guide Your Own Meditation Part 1: Do Something, Don’t Just Fall Asleep" of the recommendable podcast "The Zen Studies Podcast" was an eye opener to me. Though I have remembered it a little bit differently during my next meditation session, i. e. as "How we sit zazen is how we live our life", this sentence and the following questions "how would I like to live my life?" or just "how...?" emerging from it, have been serving as an "anchor" since. An "anchor" like the more common anchors just as returning to the breath or listening to sounds etc. This new anchor helps me to pause and ask myself whether I want to get lost in the thoughts just arising, whether I want to get angry about something or someone now, whether I want to go through my to do list while meditating. These questions also help me in my daily life.
Samstag, 18. November 2017
5-Tage-Intensivkurs Achtsames Selbstmitgefühl (Mindful Selfcompassion)
„Wer macht denn wohl sowas?“
Mit dieser Frage im Hinterkopf über
die anderen mir noch unbekannten Teilnehmer mache ich mich auf den
Weg zur Akademie am Meer auf Sylt zum 5-Tage-Intensivkurs „Achtsames
Selbstmitgefühl“ (Mindful Selfcompassion) von Evelyn Rodtmann und Christel von Scheidt. Schon im März 2017 hatte ich den im November
stattfindenden Kurs gebucht. Zuvor hatte ich das Buch „AchtsamesSelbstmitgefühl“ von Christopher Germer gelesen, welches mich sehr
begeistert hatte. Die Übungen und Anregungen ließen sich aber nicht
so einfach im Alltag umsetzen. Außerdem wollte ich endlich mal einen
längeren Meditationskurs besuchen, der nicht gleich ein kompletter
Schweigekurs ist. Dazu kommt, dass ich sowieso eine ganz besondere
Zuneigung zur Natur auf der Insel Sylt pflege.
Ich komme bei Nieselregen an der
Akademie am Meer an, das Verwaltungsgebäude ist bereits geschlossen.
Jedoch begegne ich einem sehr hilfsbereiten Mitarbeiter, der mir
zeigt, wo mein Schlüssel liegt, mir das Haus mit meiner Unterkunft
zeigt und mir auch alle sonstigen Informationen zukommen lässt. Und
dies alles obwohl er schon längst Feierabend hat. Wenn das nicht ein
perfekter Start ist.
Klappholttal, die Akademie am Meer,
liegt zwischen den Nordseebädern Kampen und List. Die
Volkshochschule Klappholttal ist eine Stätte der Jugend- und
Erwachsenenbildung. Als Teilnehmer eines Kurses oder als Urlaubsgast
wohnt man in einfachen, behaglich eingerichteten Einzel-, Doppel-
oder Mehrbetthäusern. Die Häuser liegen verstreut im
akademieeigenen Dünengebiet, das 7,5 ha umfasst (siehe auch:
http://www.akademie-am-meer.de).
Es hat etwas von einem kleinen Dorf,
in dem Menschen aller Coleur eine Vielzahl von VHS-Intensivkursen
belegen. Das Ausmaß des Angebots wird mir jedoch erst beim Besuch
des Speisesaals bewusst. Sind dies alles Menschen von meinem Kurs?
Nein, das kann nicht sein. Erstmal einen Teller nehmen und diesen mit
Leckereien vom Büffet auffüllen. Aber wo kann ich mich denn nun
hinsetzen? Ah, da ist ein 4er-Tisch frei. Oh nee, da ist ein Schild,
dass es sich hierbei um den Tisch für eine QiGong-Gruppe handelt.
Nach ein wenig tolpatschigem Herumgeiere finde ich dann doch den
Tisch, der für „mein“ Seminar reserviert ist. Ein paar Menschen
sitzen schon dort, andere gesellen sich nach und nach dazu … Ich werde
neugierig! Man kommt ins Gespräch.
Aber worum genau geht es jetzt eigentlich in dem Seminar genau? Es geht darum eine geistige Haltung zu erlernen und zu entwickeln, um sich selbst mit Freundlichkeit und Akzeptanz zur Seite zu stehen - auch in schwierigen Momenten den Lebens. Jeder von uns kennt den inneren Kritiker. Schon in einer der ersten Übungen am zweiten Tag wird uns allen sehr bewusst, wie stark dieser innere Kritiker in jedem von uns „wütet“. Zunächst stellen wir uns vor, was wir zu einem guten Freund sagen, wenn dieser in einer Krise steckt oder wenn ihm etwas misslungen ist. Danach stellen wir uns vor, was wir in einer ähnlichen Situation zu uns selbst sagen, wenn wir in einer Krise stecken oder uns etwas misslungen ist. Der Unterschied, den in unserer Gruppe alle von uns ausmachen können, ist aufrüttelnd. Um uns selber mit mehr Freundlichkeit im Leben zu begegnen und unser Leben so letztendlich auch weniger stressig zu erleben, bekommen wir Theorie veranschaulicht - mittels Flipchart und Filmmaterial - und beruhend auf psychologischen Forschungsergebnissen und wir erlernen Achtsamkeits- und Meditations-Übungen, die ihren Ursprung unter anderem im Buddhismus haben.
Im weiteren Verlauf der Tage – wir haben uns alle schon besser kennengelernt – machen wir auch Partnerschaftsübungen und tauschen uns in Kleingruppen aber auch immer wieder in der großen Gruppe aus. Wenn beabsichtigt ist, sich nach den Übungen in Kleingruppen auszutauschen, wird von den Gruppenleiterinnen immer darauf hingewiesen, dass man sich als Thema für die Übung eines aussuchen soll, welches man auch in der Kleingruppe offenbaren möchte. Evelyn und Chris haben das was sie lehren wirklich verinnerlicht, denn sie führen uns im Gespräch immer wieder geschickt ins hier und jetzt. Beim Auftauchen von schwierigen Gefühlen stehen die beiden jedem einzelnen stets zur Seite. Einzelgespräche nach den Seminarzeiten werden vielfach in Anspruch genommen.
In den freien Zeiten bleibt Zeit um die Insel zu erforschen. Nur ein paar Meter von dem beschaulichen „Dorf“ die Düne hinauf, schon wird man von der lebendigen Nordsee empfangen.
Das Wetter ist wechselhaft, aber der freie Vormittag wird von dem starken Team der beiden Kursleiterinnen gekonnt mit Hinblick auf die Wettervorhersage eingeplant. Einige von uns mieten sich Fahrräder, andere machen Spaziergänge am Meer Richtung Kampen oder nehmen die Fähre nach Dänemark, wieder andere, nämlich unsere Gruppe, besuchen den nördlichsten Punkt Deutschlands am Ellenbogen (wahlweise auch schon mal irrtümlich als "Wir fahren doch heute zum Knie?" bezeichnet), an dem sich zufällig gerade zig Seehunde um eine "rastende Robbe" scharen.
Abends kann man sich über das Gelernte, schon zuvor besuchte Retreats und Workshops oder interessante Bücher im Gemeinschafts- oder Glashaus austauschen, zusammen lachen, stricken o. ä.
Erwähnen möchte ich außerdem noch
die vierstündige freiwillige Schweigezeit, an der alle Teilnehmer
einen Nachmittag teilgenommen haben. Hierbei kann man ein wenig
austesten, ob eventuell ein Schweigeretreat etwas für einen ist. Wir
nehmen schweigend in der Gruppe unser Essen ein (welches mir an allen
Tagen übrigens überaus gut geschmeckt hat, obwohl ich sehr pingelig
bin) und unternehmen beispielsweise einen Genuss-Spaziergang im
Schweigen.
Allerdings tat mir die Frau aus einem anderen Kurs etwas
leid, die ich in den Dünen traf und die mit mir ein nettes Gespräch
beginnen wollte. Ich hoffe, ich konnte ihr höflich verständlich
machen, warum ich gerade nicht für ein Gespräch zu haben war ...
Alle Teilnehmer haben die Stunden im Schweigen sehr genossen.
Nach intensiven Tagen in der
Gemeinschaft und ebenso intensiven Ausflügen in die Natur sowie in die eigenen
Gefühlswelten - „dies ist kein Wohlfühlkurs“ - ging der Kurs
dann schon seinem Ende entgegen. Jeder hat etwas aus dem Kurs für
sich mitgenommen, da Evelyn und Christel es schafften, auf alle 12
Personen individuell einzugehen. Davor ziehe ich meinen Hut.
Als
Gruppe haben wir mitgenommen, wie schnell eine Gemeinschaft von
Fremden zu Bekannten und Freunden zusammenwachsen kann, dass jeder
oft mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, teilweise aber auch mit
ganz anderen. Jeder in der Gruppe hat seine Berechtigung, jeder kann
einem die Augen öffnen oder ganz viel Unterstützung geben. In der
Abschlussrunde verrate ich, dass ich, je näher der Kurs rückte,
doch auch ein paar Zweifel hatte.
Frage: „Wer macht denn wohl sowas?“
Antwort: „Menschen wie Du und ich,
die sich für mehr interessieren als nur für Konsum und Karriere,
die schon die ein oder andere Krise gemeistert haben und lernen
möchten freundlicher mit sich selbst und mit der Welt umzugehen.“
Ich fahre auf der Straße, die von Klappholttal Richtung Westerland führt zum Terminal des Syltshuttles. Das tiefstehende sonnige Novemberlicht schafft eine
atemberaubende Atmosphäre. Schwalbenschwärme und ein
Star-Trek-Soundtrack („That new car smell“) begleiten mich auf
meinem Weg über die Insel. Wie oft sagt man heutzutage „Alles
gut“. Aber jetzt gerade in diesem Moment ist wirklich alles gut so
wie es ist ...
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Sonntag, 4. Juni 2017
Urlaubszeit, Leichtigkeit: Buch Strala Yoga
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Sommerzeit, Urlaubszeit! Und damit auch Zeit, mehr Leichtigkeit zu kultivieren. So sah ich kürzlich das Buch "Strala Yoga" von Tara Stiles in der Buchhandlung. Mag sein, dass sie ein "gehypter Yogastar" ist, aber da ich bei YouTube ab und an mal Videos von ihr mit Asana-Abfolgen mitgemacht hatte und diese mir auch gut gefallen hatten, musste ich unbedingt mal ins Buch hinein schauen. Im Gegensatz zu der Flut an sonstigen Yogabüchern, die mir nur ein müdes Gähnen entlocken konnten, hat mich dieses Buch durch den lockeren Schreibstil (ok, manchmal vielleicht übertrieben locker) und durch die interessant aussehenden fotografierten Übungsfolgen sehr angesprochen. Darüber, dass Tara Stiles' Lebensgeschichte (aus deutscher Sichtweise) etwas "amerikanisch" blauäugig und verklärt ist (sie hat den Yogaweg ganz uneigennützig gewählt, weil sie seit jeher das Bedürfnis hatte, Menschen zu helfen ...), muss und kann man auch mit Leichtigkeit hinweg sehen. Denn um Leichtigkeit geht es ja in dem Buch und die Betonung der Leichtigkeit ist es wahrscheinlich auch was mich sehr anspricht. Ab und an, und gerade im Urlaub, möchte man mal aus seiner normalen und eventuell zeitweise auch starren (Ashtanga-)Praxis ausbrechen und kreativer sowie noch mehr "im Flow" üben.
Man sieht, es geht von Anfang an ordentlich zur Sache in dem Buch. Eine der ersten Übungsabfolgen enthält Handstand-Variationen. Für Anfänger gibt es hier keine Variante, außer, dass man eben nur so weit in die Position hinein gehen soll, wie man es kann. Wenn man schon etwas Yoga-Erfahrung hat, wird man damit zurecht kommen und die Übungen entsprechend anpassen.
Es wird von Anfang an ein großes Augenmerk auf den eigenen Atem gelegt. Das ist für die Yoga-Praxis eigentlich nichts Neues, wird aber oftmals etwas stiefmütterlich behandelt. In den Texten zu den Übungen wird beschrieben, wann man ein- und wann man ausatmen sollte. Noch übersichtlicher wäre es geweisen, dies mit Abkürzungen über die Fotos zu schreiben. Auch hier werden erfahrenere Yoga-Praktizierende intuitiv wissen, wie geatmet werden sollte.
Das Buch bietet Abfolgen für verschiedene Zwecke, beispielsweise, ob man sich "viatlisieren", "entspannen" oder "sanft werden" möchte. Wie sehr man die Übungsabfolgen in so einer Schublade stecken kann, sei mal dahin gestellt ... Der lockere Schreibstil und die Bilder mit jungen Menschen, die Spaß haben, in der Gruppe oder am Strand Yoga zu üben (siehe oben), soll wahrscheinlich ein Publikum ansprechen, das jünger ist als ich. ;)
In abgesetzten andersfarbigen Boxen gibt es immer mal wieder Tipps zum Üben. Hier werden nicht wirklich Geheimnisse verraten. Wenn man die schwierigen Positionen meistern will, muss man eben sehr viel (mit Leichtigkeit) üben. Trotzdem sind die Tipps ganz nett zu lesen.
Auffällig ist, dass der Fokus auf stehenden Übungen liegt. Es gibt auch ein paar Übungsabfolgen (siehe oben) mit sitzenden Positionen, aber diese sind deutlich in der Minderheit. Wahrscheinlich bieten sich stehende Positionen besser für fließende Abfolgen an. Bei den YouTube-Videos ist mir außerdem schon öfter aufgefallen, dass sich viele Positionen wiederholen, beispielsweise liebt Tara Stiles "Down Dog Split" und seine Variationen. Das kann manchmal etwas eintönig werden, aber da diese Position in der ersten Serie im Ashtanga Yoga gar nicht vorkommt, ist es für mich eine willkommene Abwechslung. Und sitzende Postionen könnte man ja noch selber einbauen, denn beim Strala Yoga geht es ja auch um die eigene Kreativität.
Es wird immer mal wieder das Thema Meditation angerissen und ganz, ganz grobe Hinweise zu einer Art Achtsamkeitsmeditation gegeben. Da das Buch im Untertitel unter anderem mit "Achtsamkeit" wirbt und die Autorin nach eigenen Angaben vor dem Yoga schon eine wie auch immer geartete Meditatonspraxis hatte, hätte man hier vielleicht ein wenig mehr erwarten können. Aber um tiefer (bzw. sehr tief) in dieses Thema einzusteigen, empfehle ich doch andere Bücher - Empfehlungen siehe unten in der Kontra-Aufzählung. Zumindest gibt sie ein paar Hinweise, wie man "achtsam" in die einzelnen Positionen "hineinspüren" kann.
Es wird sich zeigen, ob das Buch für mich nur eine "Urlaubsliebe" ist oder etwas solideres ist. Hier noch mal zusammengefasst Pro und Kontra aus meiner Sicht:
Pro:
- Fotografisch ansprechende Übungsabfolgen.
- Aufforderung, die Leichtigkeit ins Leben und die Übungen zu holen und nicht so strikt an Regeln zu hängen.
- Augenmerk darauf, im eigenen Atem zu üben und Hinweise dazu jeweils bei den Übungsabfolgen.
- Lockerer Schreibstil und dadurch recht angenehm zu lesen.
Kontra:
- Nicht wirklich viele Tipps für Varianten für Anfänger.
- Relativ wenige Übungsabfolgen, in denen sitzende Postionen zusätzlich zu den stehenden Positionen vorkommen.
- Einige sich oft wiederholende Asanas.
- Das Thema Meditation wird extrem oberflächlich behandelt. Hier empfehle ich "Die Praxis der Achtsamkeit" von B. H. Gunaratana (ich kenne allerdings nur die englische Version). Zur Zeit lese ich außerdem das "Handbuch Meditation" von Culadasa John Yates und "Mastering the Core Teachings of the Buddha" von Daniel Ingram, die aber beide schon sehr in die Tiefe gehen.
Ich danke Dir für Deine Aufmerksamkeit und hoffe, dieser Blog-Eintrag hat Dir ein wenig gefallen. Lebe lang und in Frieden!
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Sonntag, 23. April 2017
Irrglauben / Misconceptions (Meditation)
*[DE] Dieses Bild sah ich Freitag beim Bäcker, als ich mein Mittagessen einnahm. Es gefällt mir obwohl dieser Imperativ einen Irrglauben widerspiegelt. Es wird uns nie gelingen, den Geist vollends zum Schweigen zu bringen. Das ist noch nicht einmal das "Ziel" bei der Meditation. Dazu ein Zitat von Charlotte J. Beck:
"Wir werden 'unsere konzeptionellen Gedanken los', wenn wir, durch beharrliches Beobachten, die Irrealität unserer ichbezogenen Gedanken erkennen."
Wir wollen unseren Geist also nicht völlig von jeglichen Gedanken befreien sondern erkennen, dass die Aktivität unseres Geistes nur Gedanken sind, Gedanken, die auch nur Gedanken sind und nicht die Realität darstellen.
Über weitere Fehlannahmen zum Thema Meditation kann man hier lernen. Die Seite ist allerdings auf Englisch. In dem sehr guten Buch "Die Praxis der Achtsamkeit. Eine Einführung in die Vipassana-Meditation" von Bhante Henepola Gunaratana kann man ebenfalls über Irrglauben zum Thema lesen. Ich habe kürzlich die englische Ausgabe ("Mindfulness in Plain English") gelesen und bin ziemlich begeistert von der Klarheit, mit der das Thema Meditation dort beschrieben wird!
*[EN] I saw this picture at the bakery while having lunch on Friday. I like it although this imperative reflects a misconception. You will never manage the brain to shut up completely. And that is not even a "goal" you have while medidtating. Here is a quote by Charlotte J. Beck what meditation is about:
"We 'rid ourselves of conceptual thought' when, by persistent observation, we recognize the unreality of our self-centered thoughts."
So, you do not want to free your mind of all thoughts completetly but to see that your brain activity is just about having thoughts, thoughts that are just thoughts, not reality.
You can learn about further misconceptions on meditation here. The highly recommendable book "Mindfulness in Plain English" by Bhante Henepola Gunaratana includes a chapter on such misconceptions as well. I have read the book recently and I am quite impressed about the clarity the author manages to describe the subject of meditation!
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Links:
Montag, 17. April 2017
Green willow's friendliness
.青柳のあいそう付る我家哉
ao yagi no aisô tsukeru waga ya kana
the green willow's
friendliness rubs off
on my house
- Kobayashi Issa
(haiku quoted from the website
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